Marcus Wiebusch ist einer der ganz wenigen Menschen, die weder Teil meiner Familie noch meines Freundeskreis sind, für die ich aber große Bewunderung empfinde.
In meinem Leben ist er immer der mit Abstand bedeutendsten Lyriker gewesen und die Musik seiner Bands “…But Alive” und “Kettcar” (definitiv nicht die seiner Solo-Platte, sorry!) mögen musikalisch keine Meilensteine setzen; doch sie ist kreativ und bietet seinen fantastischen Texten eine sehr sehr gute Plattform.
Das Alles mag auch daran liegen, dass seine Musik mich in jungen Jahren schon begleitete. Da ist man dann etwas anfälliger für Schwärmereien – normal. Ich muss allerdings sagen, dass viele andere Schwärmereien im Laufe der Zeit stark abschwächten.
Ich liste einfach mal einige Zitate ohne Beachtung irgendeiner Reihenfolge auf. Möge ein jeder selbst für sich entscheiden ob es als neointellektuelles Quatschgesülze, Kunst oder Aphorismen Drescherei tönt.
- „Also tragt es in die Welt, haut es mit Edding an die Wände:
Solang die dicke Frau noch singt ist die Oper nicht zu Ende.“ - „Und festgehalten an allem was trägt und mitgelaufen mit allem was geht.“
- „Und jeder Satz fängt an mit „eigentlich...” Und endet nicht“
- „Wenn alle nackt sind wer ist dann der Rebell?“
- „Das ist Graceland. Ich bin einer von ihnen. Es gibt ja auch ernsthaft keine Alternativen.
Dieser Wahn ist lächerlich, dumm und zerrissen. Das macht weiter nichts. Nur man muss es halt wissen.“ - „Popmusik ist Bürgerkrieg für dich und deine beknackten Freunde mit viel zu viel Zeit.“
- „Und ihr wisst ja wie das ist. Es ist das Geld kommt aus der Wand.
Und ist es schließlich erstmal da, erinnert sich keiner mehr daran
wies dahinkam, was geschah, nur das es weg muss das ist klar.“ - „Die Erinnerungssplitter liegen herum. Ich tret rein.“
- „Aufstehen, Atmen, Anziehen und Hingehen.
Zurückkommen, Essen und Einsehen zum Schluss, dass man weiter machen muss.“ - „All die bitteren Momente in Fragmenten auf dem Boden.
Hier die Summe unseres Alltags in zwei gepackten Koffern.“ - „Lass mich wissen, was anders wird, wohin es führt, wie viel es bedeutet, was hier passiert,
wie lange es dauert bis die Milch sauer ist, wieviel man behält und wie viel man vermisst.“ - „Wir können das alles diskutieren, aber doch bitte ohne zu reden (…)
Die welt geteilt in Gut und Schlecht. Und wer bei 10 noch steht hat Recht.“ - „Ist man jetzt wo man nicht mehr high ist, froh dass es vorbei ist?“
- „Geld allein macht auch nicht glücklich. Aber irgendwie schon besser im Taxi zu weinen als im HVV-Bus, oder nicht?“
- „Du hoffst: Erste Person Plural. Weißt: Aber nicht mit mir“
- „Ich habe nicht davon gehört, denn das ist, was passiert.
Mir hat niemand was erzählt, ich habe nicht davon gelesen.
Das ist uns´re Zeit. Ich bin dabei gewesen.“ - „Du weißt: der Kuchen ist verteilt, du spürst: Krümel werden knapp“
- „Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin.
Dies ist nur nichts und ein Kuss und ein Zug nach Berlin“ - „Mach immer was dein Herz dir sagt. Da muss viel mehr Weisheit in mich rein.
Und ich weiß genau dein Herz ist gut und weiß ganz genau meins wird zu Stein“ - „Und ich würd aufhören, wenn Aufhören heisst, es hört auf.“
- „Vergiss Romeo und Julia. Wann gibt´s Abendbrot? Willst du wirklich tauschen? Am Ende waren sie tot.
Ich werd´ immer für dich da sein, bist du dabei? In dem Gefühl wir wären zwei.“ - „Also was ist: zu erkennen dass man glücklich war ist leicht.
Na also was wird: zu erkennen dass man glücklich ist ist Kunst.“ - „Bist halt nicht mehr jung und noch nicht alt,
und das ist dann die längste Zeit, die du verbringst.“ - „Der Frühling war okay, was jetzt? Was für ein Sommer!“
- „Arme ausbreiten, Schultern auskugeln beim Nachnamen googeln.“
- „All die dummen kleinen Sätze die nur helfen wollen, sie helfen immer nur dem der sie sagt und helfen niemals dem der sie hört ungefragt.“
- „Weil es manchmal egal ist ob man jetzt wirklich, wirklich mutig ist oder nur tut als ob.“
- „Sind jetzt alle gleich, nur weil wir alle gleich aussehen
und alle gleich verstehen, dass wir das Gleiche sehen,
das Licht ausschalten und die Augen schließen, die Hände falten für bessere Zeiten?“
Weitere Links zu Marcus Wiebusch:
